Stinkwanzen-Eigelege, räuberische Wanze, Bucculatrix beim Kokonbau, Eucallipterus tiliae

Wiesenspinner Lemonia dumi

Knäkente Anas querquedula

Saatgutvermehrung

Calcit-Kristalle

Erdmittelalters

Kleidervogel: ein 'I'iwi

Purpurreiher Ardea purpurea

Gene bestimmen unser Aussehen

Ziegenmelker
Caprimulgus europaeus

Frisch verwandelter Ochsenfrosch

Baggersee mit Torfgeheimnissen im Herbst

Schildborstling, Scutellinia spec.

Klimawandel in der Erdgeschichte

Pilzausstellung 2017

Labradorit

Büffelzikade Stictocephala bisonia, Asiatischer Marienkäfer Harmodia axyridis

Schimpansen, Berggorillas, Schuhschnäbel und Elefanten

Merkmale von Großpilzen und ihre Bedeutung

Tundra im Klimawandel

Veranstaltungsprogramm 2018

Zu den Vorträgen des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. (NWV) treffen sich Mitglieder und Interessenten immer dienstags im Max-Auerbach-Hörsaal des Karlsruher Naturkundemuseums. Die Pforte im Haupthaus ist ab 18.00 Uhr besetzt. Exkursionen oder Führungen erfolgen zu freien Terminen. Zu den Vorträgen und Exkursionen des NWV ist der Eintritt frei (Ausnahme: bestimmte Kooperationsveranstaltungen).

Hinweis: Zum Besuch der Dienstagsvorträge besteht für Autofahrer ab ca. 18.00 Uhr Parkmöglichkeit im Museumshof (Einfahrt Lammstraße mit Schranke). Hierzu bitte an dem mit „Pforte“ bezeichneten Klingelknopf läuten.


Dienstag, 9. Januar 2018
Geheimnisvoller Mikrokosmos im Lindenbaum – Premiere!
Film und Vortrag von Prof. Dr. Urs Wyss (Christian-Albrechts-Universität Kiel)
Themenvortrag zur Dauerausstellung „Welt der Insekten“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Filmvortrag (60 Minuten) führt den Betrachter in den Mikrokosmos einer Winterlinde, in eine mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Welt voller Geheimnisse und Gefahren. Mit Hilfe spezieller Aufnahmetechnik erscheinen Blattläuse und andere kleine Bewohner der Linde riesengroß. Überall lauern gefräßige Feinde, es herrscht ein ständiger Kampf um Leben und Tod. Der Hauptbewohner, die aparte rotäugige Lindenzierlaus Eucallipterus tiliae, den meisten wegen ihrer verschwenderischen Honigtauausscheidung bekannt, hat kaum eine Chance, sich gegen eine Vielzahl von Feinden zu wehren, seien es Marienkäfer, räuberische Wanzen, Larven von Schweb- und Florfliegen und Schlupfwespen. Letztere sind jedoch recht selten auf dem Baum anzutreffen. Winzige, kaum aus dem Ei geschlüpfte Schwebfliegenlarven sind in der Lage, erwachsene Blattläuse mit ihren klebrigen Ausscheidungen festzuhalten und nach langem Kampf für eine Mahlzeit zu besiegen. Im frühen Sommer sind die Eigelege von Stinkwanzen eine besondere Attraktion. Es ist faszinierend anzusehen, wie sich die Wanzen in den Eiern entwickeln. Besonders spannend wird das Schauspiel, wenn Nachkommen der Schlupfwespe Trissolcus sp. in den parasitierten Eiern heranwachsen. Meistens entsteht nur ein einziges Männchen, das nach dem Schlupf ca. zwei Tage lang in Nähe des Geleges warten muss, bis die sich langsamer entwickelnden Weibchen schlüpfen. Dann kann das Männchen konkurrenzlos in aller Ruhe seine Arbeit erledigen. Die Lindenblattwespe Caliora annulipes hinterlässt auf der Blattunterseite ähnliche Fraßsymptome wie die zu den Zwergwicklern gehörende Raupe Bucculatrix thoracella. Bewundernswert, wie diese Raupe im verpuppungsreifen Stadium mit dem Bau eines Hangar-ähnlichen Seidenkokons ein architektonisches Meisterwerk vollbringt. Ähnlich faszinierend ist die Verpuppung des Eulenfalters Amphipyra pyramidea unter einem auf dem Blatt säuberlich fest verankerten Blattfragment. Der Streifzug durch den Mikrokosmos eines Lindenbaums ist vergleichbar aufregend wie ein Streifzug durch den Dschungel: Überall, auch im verborgensten Winkel, regt sich Leben, winzige, erstaunlich schnell bewegliche Gallmilben besiedeln speziell von ihnen modifizierte Areale und Wohnun­gen, Psocopteren (Staubläuse) sind mit mindestens drei Gattungen allgegenwärtig, und schaurig anzusehen ist der aus menschlicher Sicht „brutale“ Umgang der Räuber, hier in erster Linie Marienkäfer (Harmonia axyridis; Calvia decempunctata) und Schwebfliegen (verschiedene Arten) mit der Lindenzierlaus. „Versöhnlich“ stimmt dagegen der bei starker Vergrößerung dokumentierte Schlupf der Käferlarven aus den Eiern sowie der aus ungewöhnlicher Perspek­tive aufgenommene Schlupf der adulten Käfer. (Abbildungen: Stinkwanzen-Eigelege, räuberische Wanze, Bucculatrix beim Kokonbau, Eucallipterus tiliae. – Alle Mikrofotos: U. Wyss)
Eine Preview des Films gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=7lN47S646Os


Dienstag, 16. Januar 2018
Kinder der Sonne – Unsere Schmetterlinge     –     In Anwesenheit des Filmemachers!
Film von und Diskussion mit Jan Haft (nautilusfilm Dorfen, nautilusfilm.de)
aus aktuellem Anlass zum Thema Insektensterben – darüber hinaus Themenvortrag zur Dauerausstellung „Welt der Insekten“ des Karlsruher Naturkundemuseums
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Am 7. November 2017 präsentierte die 11. Berliner Naturfilm-Bühne der Allianz Umweltstiftung am Pariser Platz den Film von Jan Haft unter dem Titel: „Kinder der Sonne – verschwinden unsere Schmetterlinge?“. Wie auch in Berlin findet nach der Vorführung in Karlsruhe eine Diskussion mit dem Naturfilmer Jan Haft, laut Bayrischem Rundfunk Deutschlands Vorzeige-Tierfilmer, und einem Experten, hier dem Schmetterlingskurator des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe Dr. Robert Trusch über die dramatische Abnahme unserer Schmetterlinge in der heimischen Natur statt.

Schmetterlinge gibt es in allen Formen und Ausprägungen: Unter den fast 3.700 heimischen Arten gibt es neben Winzlingen mit einer Flügelspannweite von wenigen Millimetern auch Riesen, deren ausgebreitete Flügel 16 Zentimeter messen. In kaum einer anderen Tiergruppe herrscht eine derartige Vielfalt an Formen und Farben. Viele Falter prangen in den herrlichsten Farben, während andere auf ein Tarnkleid setzen, das sie mit der Umgebung regelrecht verschmelzen lässt. Schmetterlinge gelten gemeinhin als zarte, fragile Wesen, und doch vollbringen einige von ihnen geradezu Unglaubliches wie einen Nonstop-Flug über die Alpen oder das Meer, eine Leistung, die man sonst nur von den Vögeln kennt. Und viele der scheinbar so harm- und wehrlosen Falter sind ihren Gegnern durchaus nicht hilflos ausgeliefert: Ein Paar riesiger starrender Augen schlägt jeden Feind in die Flucht. Und ein Giftcocktail setzt auch weit stärkere Gegner „schachmatt“. – In „Kinder der Sonne – unsere Schmetterlinge“ werden die beliebten Insekten in all ihren Entwicklungsstadien und in ihrer unglaublichen Vielfalt vorgestellt. Eine Vielfalt, die aber auch bedroht ist. Vor allem die Schmetterlingsgesellschaften der Blumenwiesen sind mittlerweile zur Rarität geworden. (Wiesenspinner Lemonia dumi – Foto: R. Trusch)


Samstag, 3. Februar 2018
Nomaden der Lüfte – Gefiederte Wintergäste am Knielinger See
Exkursion mit Dr. Gerd Schön und Klaus Lechner (NABU Karlsruhe) sowie Andreas Wolf (Naturschutzzentrum Rappenwört) zum Ramsar-Welttag der Feuchtgebiete 2018
Treffpunkt und Zeit: Hofgut Maxau (nächste KVV-Haltestelle: S5, Karlsruhe-Maxau), Beginn: 13.00 Uhr (Dauer: etwa 4 Stunden) à Es wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen!

Der Vogelzug ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Bei der Wahl der Rast- und Winterplätze folgen die meisten Vögel der Tradition ihrer Vorfahren und lassen sich Jahr für Jahr an denselben Stellen – auch entlang des Oberrheins – nieder. Sie kommen auf engstem Raum in großer Zahl zusammen, meist in Gesellschaft anderer Arten, die ihre Nahrungsvorlieben teilen. (Knäkente Anas querquedula. – Foto: Klaus Lechner)


Dienstag, 6. Februar 2018
Wo kommt unser Saatgut her? Saatgutvermehrung in Deutschland
Vortrag von Prof. Dr. Michael Kruse (Universität Hohenheim, Fachgebiet Saatgutwissenschaft und -technologie)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Der Vortrag soll einen Einblick in ein spezielles Gebiet der Landwirtschaft geben. Die sichere Versorgung mit hochwertigem Saatgut ist eine Grundvoraussetzung für Ernährungssicherheit. Dieser Satz gilt, auch wenn er in einem Land mit Überproduktion und internationalem Handel in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen wird. Der Vortrag leitet deshalb zunächst den Bedarf an Saatgut in Deutschland her und stellt diesem die heimische Saatgutproduktion gegenüber. Weiter werden die grundlegenden rechtlichen Vorgaben für die Saatgutvermehrung und deren Begrün­dungen erläutert. Im Hauptteil wird aus der Sicht eines Landwirts die Organisation und der Ablauf der Saatgutvermehrung dargestellt und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angefügt. Abschließend wird die Relevanz des Landwirteprivilegs und des Züchterprivilegs diskutiert. (Foto: M. Kruse)


Dienstag, 20. Februar 2018
Calcit-Kristalle – Formen, Farben und Wachstumsphänomene
Vortrag von Dr. Paul Rustemeyer (Gundelfingen)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Das häufig vorkommende Mineral Calcit begeistert die Sammler mit einer großen Vielfalt an Formen, Zwillingsbildungen und interessanten Wachstums­phänomenen. In diese Formenwelten und Wachstums­geschichten führt der Vortrag mit Bildern von besonders interessanten („verrückten“) und prachtvollen Calcit-Kristallen ein. Diese wurden über Jahrzehnte in Museen und Privat­sammlungen fotografiert. Obwohl reiner Calcit ein farbloses Mineral ist, präsentiert er sich aufgrund von „Verunreinigungen“ und optischen Phänomenen durchaus auch bunt. Zudem wird auch die Rolle des Calcits im Kohlenstoff-Kreislauf auf unserem Planeten besprochen. (Grafik: P. Rustemeyer)


Dienstag, 13. März 2018
Solnhofen, ein faszinierendes Fenster in die Zeit des Erdmittelalters
Vortrag von Dr. Martin Röper (Gemeinde Solnhofen)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Die Steinbruchbetriebe haben eine mehrhundertjährige Tradition. Durch den Abbau der Solnhofener Platten von Hand kamen viele Fossilien für die Wissenschaft ans Tageslicht, darunter mit dem Archaeopteryx das bekannteste Fossil der Erde. In der Paläontologie wurde Solnhofen fortan Synonym für das gesamte Natursteinvor­kommen von Solnhofen im Westen bis nach Kelheim und Regensburg im Osten geführt. Heute umfasst die Solnhofener Erdgeschichte ein Juragebiet zwischen dem Nördlinger Ries im Westen und dem Kristallin des Bayerischen Waldes im Osten. Die einzelnen Vorkommen sind im Begriff des jurazeitlichen Solnhofener Archipels vereint. Früher waren viele Wissenschaftler der Auffassung, alle Plattenkalke der Fränkischen Alb wären in einer einzigen großen, ständig von Wasser bedeckten Solnhofener Küstenlagune entstanden. Der Geowissenschaftler Karl Werner Barthel skizzierte eine Korallenriff-Barriere im Süden und eine Watt-Zone an der Küste der Mitteldeutschen Zentralinsel im Norden. Erst in den neunziger Jahren stellten das Forschungsteam Röper & Rothgaenger in Regensburg mit der Dokumentation der ostbayerischen Plattenkalke von Brunn und das Stuttgarter Forschungsteam Dietl & Schweigert mit der Beschreibung der schwäbischen Plattenkalke von Nusplingen zwei Sachverhalte in den Vordergrund: Erstens sind die meisten Plattenkalke und damit die Fossilien unterschiedlich alt. Zweitens musste es zur Entstehungszeit viel mehr Inseln gegeben haben als bis dato angenommen. So entwickelte sich die Vorstellung eines Archipels, dessen Vielfalt Gegenstand des neu zusammengestellten Vortrags ist. Die Fossillagerstätten des Solnhofener Archipels entstanden in einer Zeitspanne von 2,3 Millionen Jahren. Die ersten Lagunen entwickelten sich im Osten bei Brunn, noch bevor die berühmten Lagunen von Eichstätt und Solnhofen im Westen entstanden. Der Vortrag des Solnhofener Museumsleiters Dr. Martin Röper zeigt die Vielfalt der Fossilfunde in den unterschiedlich alten Fossillagerstätten und Lagunen, die alle unter dem Solnhofener Namen bekannt geworden sind. (Foto: Gemeinde Solnhofen)


Dienstag, 27. März 2018
Die Kleidervögel Hawaiis – eine ökologische Tragödie
Vortrag von Prof. Dr. Norbert Lenz (Naturkundemuseum Karlsruhe)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Hawai'is Kleidervögel sind ein Triumph der Evolution, aber auch eine ökologische Tragödie! Sie sind ein Paradebeispiel für die sogenannte „adaptive Radiation“, ein Evolu­tionsprozess, bei dem aus einer wenig spezialisierten Art, die ein artenarmes Gebiet wie das Hawaii-Archipel erreichte, eine Vielzahl neuer, stärker spezialisierter Arten entstand. Dies eint sie mit den Darwin- oder Galápagosfinken, die zwar bekannter, aber weniger farbenfroh sind. Doch während alle 14 Arten der Darwinfinken auch heute noch auf den Galápagos-Inseln beobachtet werden können, gilt ein großer Teil der ehemals über 30 Kleider­vogelarten heute als ausgestorben oder als vom Aussterben bedroht. Ein trauriges Schicksal für die bekannteste Vogelgruppe Hawaiis, deren Federn einst für die Herstellung prachtvoller Mäntel für die Könige und Häuptlinge der Inselgruppe verwendet wurden, und ein ökologisches Lehrstück über die Zerbrechlichkeit der Natur. (Kleidervogel: ein 'I'iwi; Foto: John Kormendy)

Im Anschluss an den Vortrag am 27. März 2018 findet ab ca. 20.00 Uhr im Max-Auerbach-Vortragssaal im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe die Mitglieder-Hauptver­sammlung des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e.V. statt, zu der hiermit satzungsgemäß eingeladen wird. Anträge der Mitglieder sind spätestens eine Woche zuvor dem Vorstand zuzuleiten.

Tagesordnung:

1. Begrüßung, Feststellung der frist- und
    formgerechten Ladung, Beschluss der
    endgültigen Tagesordnung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden

3. Berichte der Arbeitsgemeinschaften

4. Kassenbericht durch die Geschäftsführerin

5. Bericht der Kassenprüfer

6. Aussprache über die Berichte

7. Entlastung des Vorstandes

8. Neuwahl des Vorstandes

9. Beratung von Anträgen der Mitglieder

10. Verschiedenes



Dienstag, 17. oder (Ausweichtermin) Dienstag, 24. April 2018
NachtAktiv – Frühlingsfalter im Auwald
Führung von Dr. Robert Trusch, Michael Falkenberg und Entomologischer AG (Natur­kundemuseum Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721-950470 erforderlich! Der endgültige Termin ist vom Wetter abhängig und wird spätestens am 16. April 2018 mitgeteilt. Treffpunkt und Zeit: Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört, 21.15 Uhr, Dauer ca. 3 Stunden.
Bitte Taschen- oder Kopflampe mitbringen!

Bei einem so genannten „Lichtfang“, so die Bezeichnung für das nächtliche Anlocken von Insekten durch Licht, können Sie in dieser Frühlingsnacht mit dabei sein. Wir werden dazu direkt am Naturschutzzentrum einen „Lichtfangturm“ aufbauen und die Falter mit speziellen Lampen anlocken. – Warum fliegen die Nachtfalter das Licht mit kurzer Wellenlänge beson­ders an? Welche Nachtfalter sind zu erwarten, und werden sie auch kommen? Ist die Falterfauna des Auenwaldes auf Rappenwört intakt? Erfahren Sie Wissenswertes über die Schmetterlinge der Nacht, über ihre Lebensweise und wie wir sie schützen können.


Sonntag, 22. April 2018
Vogelparadies Wagbachniederung
E
xkursion mit Klaus Lechner (NABU Karlsruhe)
Treffpunkt und Zeit: Kreuzung Willy-Brandt-Allee / Ahaweg (8.30 Uhr) zur Bildung von Fahrgemeinschaften oder Parkplatz bei der Wallfahrtskirche in Waghäusel (9.15 Uhr). Ende in Waghäusel gegen 12.30 Uhr. à Es wird empfohlen, ein Fernglas mitzubringen!

Das Naturschutzgebiet (NSG) Wagbachniederung liegt zwischen Mannheim und Karlsruhe am rechten Rheinufer bei Waghäusel und hat eine Größe von 224 ha. Die Wagbachniederung war früher eine Rheinschleife, die vor etwa 8.000 Jahren vom Hauptstrom auf natürliche Weise abgetrennt wurde. Es setzt sich zusammen aus Resten von ursprünglichem Ried und Streuwiesen, einer aufgelassenen Kiesgrube und zum größten Teil aus Klär- und Schlammteichen einer ehemali­gen Zuckerfabrik in Waghäusel. Das NSG ist ein bedeutender Brutplatz für viele bedrohte Vogel­arten wie das Blaukehlchen und den Schwarzhalstaucher und ein wichtiger Rastplatz für Limi­kolen und andere Zugvögel. Der Purpurreiher brütet seit 1972 im Gebiet und hat dort seine größte dauerhafte Brutkolonie in Deutschland. (Purpurreiher Ardea purpurea. – Foto: Klaus Lechner)


Dienstag, 8. Mai 2018
Wie unsere Gene unser Aussehen bestimmen      –     Weltexperte!
Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kayser (Erasmus MC University Medical Center Rotterdam, Niederlande, Direktor des Department of Genetic Identification)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Eineiige Zwillinge sehen sich zum verwech­seln ähnlich und Blutsverwandte sehen sich ähnlicher als Unverwandte. Dies erlaubt den Schluss, dass unser Aussehen zum überwie­genden Teil in unseren Genen verschlüsselt ist. Allerdings wissen wir zur Zeit weit weniger über die genetischen Grundlagen unseres Aussehens als über Erbkrankheiten. Dieser Vortrag gibt in verständlicher Art und Weise einen Überblick, wie unsere Gene unser Aussehen bestimmen, welche Aussehens­merkmale wir bereits genetisch relativ gut verstehen und welche noch nicht, und warum. Abschliessend wird erklärt, warum die Bestim­mung von Aussehensmerkmalen aus Tatort-DNA nützlich ist, um unbekannte Straftäter, die mit herkoemmlicher forensischer DNA-Analyse prinizpiell nicht identifizierbar sind, besser ausfindig zu machen. In den Niederlanden und einigen anderen Staaten ist dies bereits erlaubt, in Deutschland nicht. Allerdings gibt es Bestrebungen, auch vom Land Baden-Württemberg, die deutsche Gesetzgebung diesbezueglich anzupassen.


Sonntag, 27. Mai 2018 (Kooperationsveranstaltung)
Mummelsee und Hornisgrinde
Geologische Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (Geotourist Freiburg)
Treffpunkt und Zeit: Parkplatz Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße, 14.00 Uhr (Dauer: ca. 3 ½ Stunden). Anmeldung erforderlich bei Dr. M. GEYER, Tel./SMS 01624065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de
Für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 25,- (Hinweis: feste Schuhe und witterungsangepasste Kleidung, Sonnen-/Regenschutz sowie eigenes Getränk und ggf. Verpflegung nicht vergessen!)

Auf der Wanderung wird den Teilnehmern die Geologie und Landschaftsgeschichte des Nordschwarzwaldes am Beispiel der Hornisgrinde nähergebracht. Nach einer Teilumrundung des Mummelsees wird mit dem Dreifürstenstein der höchste Berg Württembergs erstiegen. Unterwegs bieten sich Ausblicke auf die Schwarzwaldhochstraße in Richtung Ruhestein. Der durch den Orkan „Lothar“ verursachte Windbruch ist ebenfalls noch deutlich erkennbar. Nach der Querung des Moorgebiets auf der Hornisgrinde auf dem Bohlenweg erfolgt der Rückweg zum Mummelsee über die Windkraftanlagen und den Aussichtsturm mit Rundblick, dann weiter abwärts auf der Fahrstraße. Unterwegs werden an geeigneten Stellen Erklärungen zur Geologie und Landschaftsgeschichte des Gebiets abgegeben. Weitere Informationen unter: www.geotourist-freiburg.de


Montag, 4. Juni 2018
Botanische und schmetterlingskundliche Exkursion
Kooperation mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland und dem Naturschutzzentrum Rappenwört
Führung von Dipl.-Geogr. Thomas Breunig und Dr. Robert Trusch (beide Karlsruhe)
Treffpunkt: Karlsruhe, an der Straßenbahn-Haltestelle „Daxlanden-Altrheinbrücke“
Beginn 16.00 (Dauer ca. 2 Stunden) à Bei Starkregen muss die Veranstaltung leider entfallen.

Wiesen und Feuchtgebiete der Fritschlach sind unser Exkursionsziel. Wir laufen auf dem Rheindamm entlang des Altrheins nach Süden, lassen das NSG Fritschlach (das nicht betreten werden darf) links liegen, und widmen uns den Pflanzen und Schmetterlingen des Hochwasserdamms und der naturnahen Bereiche am Südrand der Fritschlach. Landschaftlich ist die Fritschlach von Freizeitgärten, landwirtschaftlichen Flächen und Streuobstwiesen geprägt. Im Süden grenzt sie an den „Kastenwört“, bei dem es sich um einen noch recht intakten Hartholz-Auwald handelt. – Auf der Exkursion wollen wir nachsehen, wie es um die Flora und (in Zeiten des Insektensterbens)  um die Schmetterlingsfauna in diesem stadtnahen Gebiet bestellt ist.


Donnerstag und Freitag, 14.-15. Juni 2018 (Kooperationsveranstaltung)
Schmetterlinge und Pflanzen auf der Ostalb
Seminar, Leitung Stephanie Krause (Heidenheim)
Kooperation mit dem Grünen Klassenzimmer im Brenzpark (Heidenheim), Dr. Martin Nebel (Stuttgart) und Dr. Robert Trusch (Karlsruhe)

Artenkenntnis wird selbst im Universitätsstudium heute immer weniger vermittelt. Die Folge ist ein Rückgang von Experten, die aber gerade in unserer Zeit immer wichtiger werden, um die Arten in ihren Lebensräumen schnell und sicher anzusprechen zu können. Im Seminar erkunden die Teilnehmer verschiedene Lebensräume und es werden die charakteristischen Pflanzen und Schmetterlingsarten erklärt. Anmeldung und weitere Informationen zur Veranstaltung über die Geschäftsstelle des Brenzpark e.V., info@brenzpark-ev.de, Telefon 07321/9245642 (Kosten incl. Unterkunft und Verpflegung: €180,- / Ehrenamtliche €120,-)


Im Rahmen obiger Veranstaltung findet am Freitag, 15. Juni 2018 statt:
„Wir bestimmen Schmetterlinge auf der Ostalb“
Eine Nachtfangaktion mit Dr. Robert Trusch, Michael Falkenberg und Dr. Rolf Mörtter sowie der Entomologischen Jugend AG (Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V.)
Auch hier ist eine Anmeldung über die o.g. Telefonnummer / E-Mail erforderlich
Beginn: 22.00 Uhr, Dauer ca. 3 Stunden (Ende offen).
Kosten: keine
Bitte Taschen- oder Kopflampe mitbringen! Mindestalter 12 Jahre.

Sie fliegen im Dunkel der Nacht, tags sind sie meist gut verborgen – die Nachtfalter. Und sie stellen mit über 95% die riesige Mehrheit unserer heimischen Schmetterlingsarten. Bei dieser artenkundlichen Exkursion im Brenzpark werden bei einem so genannten „Lichtfang“ nachtaktive Schmetterlinge mit UV- Licht angelockt. Bestimmt werden sie von den anwesenden Experten und beantwortet werden Fragen wie: Warum fliegen Nachtfalter zum Licht? Welche Arten sind zu erwarten und gibt es hier besondere? Wie leben sie? Ist die beobachtete Falterfauna intakt oder verarmt? Wie können wir unsere heimischen Schmetterlinge schützen?


Freitag, 22. Juni 2018
Der Ziegenmelker im Hardtwald
Führung der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft mit Jochen Lehmann (Bühl)
Treffpunkt und Zeit: Waldparkplatz Friedrichstaler Allee / K 3579 bei Stutensee-Friedrichstal, Beginn: 21.00 Uhr (Dauer etwa 2-2,5 Stunden)

Mit etwa 25 Brutpaaren in Baden-Württemberg gehört der Ziegenmelker zu unseren seltensten Vogelarten. Durch seine nächtliche und heimliche Lebensweise ist er vielen Menschen unbekannt. Nur zur Balzzeit benimmt sich die "Nachtschwalbe", wie der Ziegenmelker auch genannt wird, auffällig, denn sein schnurrender Revier­gesang ist kaum zu überhören. – Hören wir ihm zu! Bei einem kleinen Abendspaziergang werden Biologie und Lebensweise der Art vorgestellt. (Ziegenmelker Caprimulgus europaeus  – Foto: H. Dannenmayer)


Freitag 13. Juli 2018
Die Tier- und Pflanzenwelt in den Gewässern der Rheinebene
Exkursion mit den Tauchern der Limnologischen Arbeitsgemeinschaft, Leitung Prof. Dr. Norbert Leist, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721/950470 erwünscht
Treffpunkt: Baggersee Fuchs & Gros, 76344 Eggenstein, Kopfweg 8 (von der B36 nach Eggenstein und dann immer Richtung „Lithonplus GmbH & Co. KG“, kurz vor dem Werktor rechts auf den Parkplatz, dann geradeaus zum See)
Beginn 17.00 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden

Neben den alteingesessenen Pflanzen- und Tierarten gibt es eine zunehmende Zahl an „Neubürgen“ in den Gewässern der Rheinebene. Arten wie die kanadische Wasserpest sind inzwischen ein fester Bestandteil der Unterwasserwelt, andere versuchen, sich gerade einen Platz zu erobern. Auch bei den Muscheln, Krebsen, Fischen, Wasservögeln und vielen mehr finden wir immer wieder neue Arten mit unterschiedlichen Ausbreitungs­tendenzen. So stellt sich die Frage, sind diese eine Bereicherung oder eine Gefahr für unsere heimischen Gewässer und deren Lebewelt und wie wollen wir damit umgehen. Die Taucher der Limnologischen Arbeitsgemein­schaft im NWV sammeln unter Wasser Pflanzen und Tiere, die dann vor Ort in Aquarien mit ihren Besonderheiten vorgestellt werden.
(Frisch verwandelter Ochsenfrosch; Baggersee mit Torfgeheimnissen im Herbst. – Fotos: N. Leist)


Samstag, 14. Juli 2018
Stadtbotanik: Botanischer Spaziergang durch den Schlossgarten
Führung von Dipl.-Geogr. Thomas Breunig (Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe- Rappenwört
Treffpunkt und Zeit: direkt vor dem Schloss, 15.30 Uhr (Dauer ca. 2 Stunden)

Im Karlsruher Schlossgarten wachsen nicht nur Ziergehölze und gepflanzte Stauden, sondern auch viele Wildpflanzen: typische Arten des Hardtwaldes, seltene Mauerfarne, eingewanderte Neophyten aus Nordamerika und Asien, und auch botanische Kostbarkeiten gibt es zu entdecken.

Sommerpause



Samstag, 22. September 2018
Pilze, die nicht jeder kennt
Exkursion Dr. Markus Scholler (SMNK) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Karlsruhe- Rappenwört
Treffpunkt: Rappenwört, Hermann-Schneider-Allee, Haltestelle Altrheinbrücke, 14.00 Uhr
Anmeldung im Naturschutzzentrum unter 0721-950470 erforderlich!
Höchstteilnehmerzahl 20 Personen

Marone und Pfifferling kennt jeder Pilzfreund. Doch wer kennt Lohblüte, Blutmilchpilz und Schild­borstling? Diese Führung dient nicht dem Sammeln von Speisepilzen, sondern dem Kennenlernen anderer oft sehr kleiner, hübscher und interessanter Pilze. Und davon gibt es in den Rheinauen recht viele. (Foto: Schildborstling, Scutellinia spec. – Foto: M. Scholler)


Dienstag, 25. September 2018
Klimawandel in der Erdgeschichte
Vortrag von Dr. Ute Gebhardt (Naturkundemuseum Karlsruhe) im Rahmenprogramm zur Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ vom 21. Juni 2018 bis 27. Januar 2019
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Das Klima der Erde war immer im Wandel. Im Laufe der letzten 3 Milliarden Jahre gab es mindestens fünf Mal Zeiten, in denen große Teile der Erde von Eiskappen bedeckt waren. In den dazwi­schen liegenden Zeiten dagegen war das Erdklima bedeutend wär­mer als heute. In diesem Vortrag geht die Autorin der Frage nach, welche möglichen Ursachen es gibt und woher Geologen dieses Wissen haben. (Foto: U. Gebhardt)


Samstag-Sonntag, 6. und 7. Oktober 2018, jeweils 10.00-18.00 Uhr
16. Karlsruher Frischpilzausstellung
AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins (PiNK)
Nymphengarten-Pavillon des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (Haupteingang)

Zum 16. Mal veranstaltet das Naturkundemuseum Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Arbeits­gruppe Pilze im Naturwissen­schaftlichen Verein (PiNK) die jährliche Frischpilzausstellung, bei der 250 bis 300 Arten gezeigt werden. Zusätzlich werden in einem großen Diorama „Pilze an Platanen“ präsentiert. Außerdem gibt es wieder eine „Ausstellung in der Ausstellung“ über Schleimpilze mit mikroskopischen Demonstrationen mit dem bekannten und preis­gekrönten Naturfilmer und Natur­fotografen Karlheinz Baumann. Ein Pilzzüchter aus der Altmark wird Zuchtpilze verkaufen und Besucher mit einer Pilzpfanne verköstigen. Die Besucher können sich ferner über die neueste Pilzliteratur an einem Buchstand informieren, Pilze von den Pilzex­perten der Arbeitsgruppe bestimmen lassen oder sie im Mikroskop studieren. (Essbar oder nicht essbar – Pilzdiskussionen bei der Pilzausstellung 2017. – Foto: M. Scholler)


Dienstag, 9. Oktober 2018
Die wundervollen Schmucksteine der Feldspatgruppe
Vortrag von Dipl.-Min. Bernhard Bruder (Ohlsbach bei Offenburg)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Zwei Drittel der obersten Schichten unserer Erde bestehen aus Feldspäten. Damit stellen sie die weltweit am häufigsten in der Erd­kruste vorkommende Mineral-Gruppe dar. Feldspäte schaffen die Voraussetzung für die Bildung fruchtbarer Böden und blühender Landschaften. Nur in äußerst seltenen Fällen zeigen die Mitglieder dieser Mineralgruppe besondere optische Auffälligkeiten, die die Menschen der Urzeiten an das Funkeln der Sonne oder den sanften Schimmer des Mondes erinnert haben. Diese als „Mond­steine“ und „Sonnensteine“ bekannten Feldspäte sind weitaus vielfältiger, als Geologen und Edelsteinhändler bis vor kurzem noch glaubten. Die in den ver­gangenen Jahren entdeckten neuen Varietäten haben zu einer Neubewertung der traditionellen Bezeichnungen und Definitionen geführt. – Der Dipl.-Mineraloge und Gemmologe Bernhard Bruder stellt in seinem Vortrag sowohl die edlen Vertreter der Feldspat-Familie dar, als auch die gesteins­bildenden Varianten. In anschaulichen Bildern und Grafiken beleuchtet er bekannte Feldspat-Varietäten wie Amazonit, Labradorit, Mondstein und Sonnenstein und stellt die mineralogischen Fortschritte dar, die auch die Namensgebung innerhalb dieser Gruppe revolutioniert haben. Bruder ist Chefgemmologe beim Institut für Edelsteinprüfung (EPI) in Ohlsbach bei Offenburg, einem unabhängigen Labor für Echtheitsprüfungen und Qualitätskontrolle von Edelsteinen und Mineralien. (Labradorit. – Foto: Karola Sieber)


Samstag, den 20. Oktober 2018 (Kooperationsveranstaltung)
Heidelberg: Steine in der Stadt
Geologische Stadt-Exkursion mit Dr. Matthias Geyer (Geotourist Freiburg)
Treffpunkt und Zeit: 14.00 Uhr am Bismarck-Denkmal am Bismarckplatz in Heidelberg (Dauer ca. 2 Stunden). Den Treffpunkt erreichen Sie nach ca. 10 min Fußweg vom Bahnhof. Anmeldung erforderlich bei Dr. M. Geyer, Tel./SMS 0162-4065416 oder per E-Mail: info@geotourist-freiburg.de. à für Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins ist die Teilnahme kostenlos, Nichtmitglieder zahlen € 12,-

Bei Heidelberg denkt man natürlich an das Schloss, an die Neckarbrücke oder an die Universität. Bei dieser etwas anderen Stadtführung richtet sich der Blick allerdings oft nach unten auf Mauern und Straßenpflaster. Nach einer kurzen Einführung zur geologischen Lage Heidelbergs führt die Route vom Bismarckplatz durch die Hauptstraße bis zum Marktplatz. Natürlich prägt der Buntsandstein das Stadtbild, aber schon beim Straßenpflaster fallen auch noch andere Natursteine auf. Die Fassaden der Häuser sind so vielfältig, dass sich ohne Mühe im Verlauf dieses geologischen Stadtrundgangs Vertreter der wichtigsten Gesteinstypen finden lassen. Weitere Informationen unter: www.geotourist-freiburg.de


Dienstag, 6. November 2018
Büffelzikaden, Buchsbaumzünsler und Zapfenwanze – Aktuelle und alte wirbellose Neubürger in Karlsruhes Parks, Gärten und Wäldern
Vortrag von Dipl.-Biol. Karsten Grabow (Pädagogische Hochschule Karlsruhe)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Alternativ hätte der Titel auch lauten können: „Braune Buchsbäume und tote Thuja – Wirbellose Neubürger in Karlsruhe und ihre Auswirkungen“. Seit dem Beginn des globalen Handels wurden auch immer wieder, absichtlich oder unabsichtlich, verschiedenste Tiere und Pflanzen bei uns eingeführt. Mit zunehmendem und immer schnellerem Warenverkehr sind in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Arten in und um Karlsruhe aufgetaucht. Einige Arten erreichten durch ihr Schadpotential und zahlreiches Auftreten auch ein gewisses Medieninteresse, wie z.B. die Kirschenessigfliege Drosophila suzuki, der Maiswurzelbohrer oder der Buchs­baumzünsler. Daneben gibt es aber auch einige Arten, deren Auftreten eher unbemerkt ist, wie z.B. die Japanische Ahornzirpe, die unbemerkt den Ahorn vor der Haustür besiedelt oder die Mexi­kanische Grabwespe. Neben der Biologie der Arten werden auch Ausbreitungs­wege und Auswirkungen vorgestellt. (Büffelzikade Stictocephala bisonia, Asiatischer Marienkäfer Harmodia axyridis. – Fotos: K. Grabow)


Dienstag, 20. November 2018
Flusspferde am Oberrhein
Vortrag von Prof. Dr. Eberhard (“Dino”) Frey (Naturkundemuseum Karlsruhe) im Rahmenprogramm zur Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ vom 21. Juni 2018 bis 27. Januar 2019
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

„Geht beim Baden nicht zu nah an die Flusspferde ran“ mag eine Neandertalermutter an manch heißem Eem-Sommertag sorgenvoll zu ihren Sprösslingen gesagt haben. Das Eem begann vor 126.000 Jahren und endete vor 115.000 Jahren. Es war die letzte Warmzeit im letzten Eiszeitalter, dem Pleistozän. Zwei Grad wärmer war es im Jahresmittel als heute, warm genug, dass sich Flusspferde am Oberrhein getummelt haben. Doch die kleinen Neandertaler wären auf dem Weg zum Rheinstrand noch anderen Tieren begegnet. Riesige Wildelefanten stampften durch das Unterholz der Rheinauen, Waldnashörner kauten an den Zweigen junger Eichen und Pappeln und im Ufermorast suhlten sich Wasserbüffel, um sich vor den quälenden Mückenschwärmen zu schützen. Es gab aber auch Biber, Fischotter, Feldhamster und viele andere Tiere, die es auch heute noch gibt, wie übrigens auch das Flusspferd. – Der Vortrag des Leiters der Abteilung Geowissenschaften des Karlsruher Naturkundemuseums stellt die Welt der Eem-Warmzeit am Oberrhein vor.


Dienstag, 27. November 2018
An den Quellen des Nils – Elefanten, Flusspferde, Schimpansen, Berggorillas, Schuhschnäbel und Tsetsefliegen
Vortrag von Dr. Wolfram Rietschel (Stuttgart, Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere sowie für Tropenveterinärmedizin)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Wenn man als Zootierarzt 35 Jahre Menschenaffen betreut, ohne die Tiere in freier Wildbahn beobachtet zu haben, ist es höchste Zeit dies nachzuholen. Wenn man als Rentner in Uganda, Ruanda und der D.R. Kongo neben vielen anderen Tierarten auch Gorillas und Schimpansen hautnah erleben darf, muss man einfach dankbar sein. Landschaftlich ist neben den Seen des Rift-Valley, den Virunga-Vulkanen das bisher kaum erschlossene Ruwenzorimassiv, das Quellgebiet des Nils, besonders eindrucksvoll. – Wolfram Rietschel arbeitete von 1974 bis 1980 als Entwicklungshelfer in Afghanistan (wo er u.a. den Zoo von Kabul betreute) und Thailand, von 1981 bis 1984 als Zootierarzt in München und 1985 bis 2011 als leitender Tierarzt am Zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart. Im „Ruhestand“ betreut er bis heute als Mitarbeiter einer Pferdeklinik Zoo-, Wild- und Zirkustiere, unter anderem 70 Schimpansen in zwei Tierparks. (Fotos: W. Rietschel)


Dienstag, 4. Dezember 2018
Ökologische Zeigerwerte und funktionelle Merkmale von Großpilzen und ihre Bedeutung für den praktischen Naturschutz
Vortrag von Dr. Josef Simmel (Universität Regensburg)
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

In vielerlei Hinsicht ist unser Verständnis der ökologischen Ansprüche von (Groß-)Pilzen stark limitiert, z.B. hinsichtlich Lebensweise, Ressourcennutzung oder morphologischer Anpassungen. Bei anderen Artengruppen, darunter Gefäßpflanzen und Moose, haben sich die Anwendung von Zeigerwerten sowie die Auswertung funktioneller Merkmale als sehr hilfreich erwiesen für die Analyse von ökologischen Zusammenhängen, aber auch für die Erarbeitung naturschutzfachlicher Empfehlungen. Im Vortrag stellt Dr. Josef Simmel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ökologie und Naturschutzbiologie der Universität Regensburg, zunächst die beiden Konzepte der Ellenberg-Zeigerwerte und der funktionellen Merkmale vor und erläutert Hintergründe sowie Methodik. Anschließend wird darauf eingegangen, wie die beiden Konzepte auf Großpilze übertragen werden können und welche „Fallstricke“ dabei zu beachten sind. Am Beispiel mehrerer praktischer Anwendungen werden die Chancen, die sich für den Naturschutz und die ökologische Forschung bieten, aufgezeigt. Die große Anzahl von Pilzarten – allein in Deutschland gibt es mehr als 6.000 Großpilzarten – stellt hierbei einerseits eine Herausforderung dar, andererseits bietet sie ein riesiges Reservoir für die ökologische Forschung. (Foto: ?????)


Dienstag, 11. Dezember 2018
Tundra im Klimawandel
Vortrag von Dr. Simone Lang (Naturkundemuseum Karlsruhe) im Rahmenprogramm zur Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ vom 21. Juni 2018 bis 27. Januar 2019
Max-Auerbach-Vortragssaal, 18.30 Uhr

Die Vergangenheit zeigt, dass die Vegetation stets von Klimaänderungen beeinflusst wurde. Eiszeiten prägten die Vegetation auch hier im Oberrheingebiet. In arktisch-alpinen Regionen sind diese Pflanzengesellschaften noch immer zu sehen. Jedoch zeichnen sich dort heute, in Zeiten des Klimawandels, großräumige Veränderungen ab. In diesem Vortrag möchte Sie die Autorin in arktisch-alpine Gebiete entführen, mit der Fragestellung, wie die Vegetation sich verändert und welche Folgen diese Veränderungen für unser Ökosystem haben können. (Blick auf die von Flechten dominierte Tundra rund um den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark in Norwegen. – Foto: S. Lang)

Bitte besuchen Sie auch die Veranstaltungen unserer Arbeitsgemeinschaften!

Wir laden unsere Mitglieder und Interessenten herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.

Auskunft erteilt: Dr. Robert Trusch, 1. Vorsitzender, Naturwissenschaftlicher Verein Karlsruhe e.V., c/o Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstr. 13, 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/1752842, E-Mail: trusch@smnk.de



Veranstaltungsprogramme des Naturwissenschaftlichen Vereins der Vorjahre und aktuelles PDF zum Download